Wenn mit Heribert Prantl einer der klügsten Köpfe der Süddeutschen Zeitung über die Impfpflicht schreibt (SZ vom 20.07.2019), weckt das erst einmal die Neugier, gerade wenn er als Jurist sich hier auf ungewohntes Terrain wagt - und sich dort leider hoffnungslos verirrt...

Am Tag nach der Verabschiedung des "Masernschutzgesetzes" im Bundeskabinett überschlagen sich die  Medien mit Schlagzeilen, die vermuten ließen, schon ab morgen sei ein Betreten der KiTa, der Schule oder gar der eigenen Arztpraxis nur noch mit gezücktem Impfausweis möglich...

Die altehrwürdige Leopoldina, die "Nationale Akademie der Wissenschaften", ergänzt gemeinsam mit der "Akademie der Wissenschaften in Hamburg" die zahlreichen in Fachkreisen (außerhalb des Bundesgesundheitsministeriums BMG) kursierenden, überwiegend sinnvollen Vorschläge zum Steigern der Impfbereitschaft durch einen fast modern anmutenden: Sprachregulierung (Betsch 2019).

Nachdem sich bisher schon alle relevanten medizinischen Experten der STIKO und des Robert Koch Instituts skeptisch oder sogar ablehnend zu den Impfpflicht-Plänen des Bundesgesundheitsministers geäußert hatten (s. hier), spricht sich jetzt auch der Deutsche Ethikrat unmissverständlich gegen Spahns Vorhaben aus (Ethikrat 2019).

Gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen vom Verein "Ärzte für individuelle Impfentscheidung e.V." habe ich eine Stellungnahme zum vorliegenden Referentenentwurf des "Masernschutzgesetzes", das die Regelungen für die geplante Impfpflicht enthält, verfasst - sie finden den Text hier als offenen Brief.